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Mittwoch, 16. November 2016

NRW und Baden-Württemberg gemeinsam an der Spitze bei Einwerbung von EU-Fördermitteln


Horizon 2020: Jeweils rund 550 Mio. Euro für Spitzenforschung
Großer Erfolg für Nordrhein-Westfalen: Das Land liegt gemeinsam mit Baden-Württemberg bei der Beteiligung am EU-Forschungsprogramm Horizon 2020 bundesweit vorn. Dies ergibt sich aus der aktuellen Auswertung abgeschlossener EU-Förderverträge der ECORDA-Datenbank. Danach haben NRW und Baden-Württemberg jeweils mit rund 550 Millionen Euro den größten Anteil am EU-Forschungsprogramm Horizon 2020 vor Bayern (rund 500 Millionen). Von insgesamt drei Milliarden Euro Förderung, die aus Horizon 2020 nach Deutschland geflossen sind, haben diese drei Bundesländer mehr als die Hälfte erhalten.
„Die Zahlen zeigen, wie stark das Land Nordrhein-Westfalen ist. Die EU-Investitionen für herausragende Forschung in NRW liegen auf Spitzen-Niveau. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf Wachstum von Beschäftigung und Wirtschaft. Die Landesregierung wird mit dem Erfolg bei der Einwerbung von EU-Fördermitteln in ihrer Europa-Strategie bestätigt“, sagte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze bei einem Kongress anlässlich der Halbzeitbilanz des EU-Forschungsprogramms in Düsseldorf. „Dieser Erfolg ist ein deutlicher Beleg für die Forschungsstärke unseres Landes und die herausragende Arbeit, die unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler leisten.“
Deutlich führend ist Nordrhein-Westfalen bei der Anzahl der Beteiligungen: NRW kommt auf 1.031, dahinter liegen Baden-Württemberg (994) und Bayern (889).
Platz eins nimmt NRW auch im Vergleich der Fördersummen für die Hochschulen ein. Mit 194 Millionen Euro liegt das Land vor Bayern (189 Millionen) und Baden-Württemberg (133 Millionen).
Platz eins für NRW auch in punkto Effektivität: Im Vergleich der eingeworbenen Fördersummen gemessen an der Zahl der Personen, die im Bereich Forschung und Entwicklung arbeiten, liegt NRW ebenfalls auf Platz eins: Pro Person wurde hier eine Summe von 5.578 Euro eingeworben, in Bayern 4.275 Euro und in Baden-Württemberg 3.878 Euro.

Deutlich verbessert hat sich der Horizon-2020-Anteil der NRW-Wirtschaft. Mit rund 26 Prozent liegt er in ähnlicher Höhe wie in Baden- Württemberg (27 Prozent): Die Fördersumme von 139 Millionen Euro bedeutet für NRW Platz drei hinter Bayern (199 Millionen) und Baden-Württemberg (147 Millionen).
Besser als die RWTH Aachen (49 Millionen Euro) schneidet im Hochschulbereich in Deutschland nur die TU München (58 Millionen) ab. Auf Platz drei folgt dann die Universität München (45 Millionen).

Unter den besten 20 deutschen Hochschulen finden sich fünf aus NRW: RWTH Aachen (Platz 2), Ruhr-Universität Bochum (8), Universität Bonn (13), Universität Köln (14) und WWU Münster (17).

Erfolgreichste Forschungseinrichtung aus NRW ist das Forschungszentrum Jülich mit einer bisher eingeworbenen Fördersumme von 52 Millionen Euro. Damit liegt das FZ Jülich beim deutschlandweiten Vergleich aller Einrichtungen auf Platz 6.

Tabelle 1:  Verteilung der Beteiligungen und Fördersummen in NRW nach Organisationstypen in Horizon 2020, sortiert nach Fördersumme
Organisationstyp
Fördersumme (€)
Beteiligungen
Anteil Fördersumme,
bezogen auf NRW
Anteil Beteiligungen,
bezogen auf NRW
Hochschulen
193.891.234
334
35,5%
32,4%
Forschungsinstitute
180.113.056
272
33,0%
26,4%
Wirtschaft
138.995.513
338
25,5%
32,8%
Öffentliche
Organisationen
22.573.576
51
4,1%
4,9%
Sonstige
10.438.620
36
1,9%
3,5%
NRW gesamt
546.011.999
1.031
100,0%
100,0%

Tabelle 2:  Vergleich der Beteiligungen und Fördersummen der drei führenden Bundesländer in Horizon 2020, sortiert nach Fördersumme
Bundesland
Fördersumme (€)
Beteiligungen
Anteil Fördersumme, bezogen auf DE
Anteil Beteiligungen, bezogen auf DE
Anteil Fördersumme bezogen auf H 2020
Baden-Württemberg
546.542.371
994
18,0%
18,5%
3,2%
Nordrhein-Westfalen
546.011.999
1.031
18,0%
19,2%
3,2%
Bayern
496.781.599
889
16,4%
16,6%
2,9%
Deutschland
3.029.366.544
5.362
100%
100%
17,6%
Horizon 2020
17.189.634.986
40.886




Tabelle 3:  Klassement der Hochschulen und Universitätsklinika in NRW nach Beteiligungen und Fördersumme (Euro) in Horizon 2020
Rang
Hochschule
Fördersumme €
Beteiligungen
Rang DE
1
RHEINISCH-WESTFÄLISCHE TECHNISCHE
HOCHSCHULE AACHEN
48.810.741
83
4
2
RUHR-UNIVERSITÄT BOCHUM
21.608.637
32
12
3
RHEINISCHE FRIEDRICH-WILHELMS-UNIVERSITÄT BONN
18.612.309
28
13
4
UNIVERSITÄT ZU KÖLN
18.183.219
19
16
5
WESTFÄLISCHE WILHELMS-UNIVERSITÄT MÜNSTER EINSCHL. UNIKLINIK MÜNSTER
16.811.141
30
17
6
UNIVERSITÄT DUISBURG-ESSEN
9.721.023
18
21
7
HEINRICH-HEINE-UNIVERSITÄT
DÜSSELDORF
8.695.172
13
31
8
UNIVERSITÄT BIELEFELD
8.412.735
18
35
9
KLINIKUM DER UNIVERSITÄT ZU KÖLN
5.971.163
10
41
10
TECHNISCHE UNIVERSITÄT DORTMUND
5.678.342
16
43
11
UNIVERSITÄTSKLINIKUM AACHEN
5.487.055
10
46
12
UNIVERSITÄTSKLINIKUM BONN
4.193.489
10
54
13
UNIVERSITÄT SIEGEN
4.162.454
7
55
14
UNIVERSITÄT PADERBORN
3.789.979
8
56
15
BERGISCHE UNIVERSITÄT  WUPPERTAL
2.685.499
4
61
16
TECHNISCHE HOCHSCHULE KÖLN
1.714.745
5
73
18
HOCHSCHULE RHEIN-WAAL-HSRW RHINE-WAAL UNIVERSITY OF APPLIED SCIENCES
1.606.008
2
81
19
UNIVERSITÄTSKLINIKUM ESSEN
1.593.121
3
88
20
HOCHSCHULE BOCHUM
1.280.524
2
94
21
HOCHSCHULE OSTWESTFALEN-LIPPE
782.375
2
97
22
HOCHSCHULE BONN-RHEIN-SIEG
592.023
2
108
24
DEUTSCHE SPORTHOCHSCHULE KÖLN
419.211
2
113
25
DEUTSCHE HOCHSCHULE DER POLIZEI
375.656
2
116
26
FACHHOCHSCHULE MÜNSTER
321.783
2
125
27
FACHHOCHSCHULE AACHEN
194.050
1
138
28
HOCHSCHULE NIEDERRHEIN
80.845
1


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Dienstag, 15. November 2016

Vortrag und Verleihung: Preis der Deutschen Bundesbank



Dienstag, 22. November 2016, 17.00 Uhr, OTH Amberg-Weiden
Weiden, Hörsaal 001

Auszeichnung für hervorragende Leistungen: Am 22. November 2016 prämiert die Deutsche Bundesbank die Bachelorarbeiten einer Absolventin der OTH Regenburg und eines Absolventen der OTH Amberg-Weiden. Franz Josef Benedikt, Präsident der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in Bayern, übergibt die Preise bei einer feierlichen Veranstaltung an der OTH Amberg-Weiden am Standort Weiden.

Im Rahmen der Prämierung spricht Franz Josef Benedikt zu einem brandaktuellen Thema: „Finanzmarkt- und Staatsschuldenkrise: Handlungsoptionen für Geld- und Finanzpolitik“. Davor zeichnet er Lisa Schmidt (OTH Regensburg) und Daniel Seebauer (OTH Amberg-Weiden) für ihre Arbeiten aus. Die Preisträgerin überzeugte die Jury mit ihrer Bachelorthesis über „Geschäftsmodellanalyse von Banken“, der Preisträger konnte mit seiner Arbeit über „Die Schätzung der Zinsstrukturkurve mit dem Nelson-Siegel-Svensson-Verfahren“ punkten.


Die Deutsche Bundesbank stiftet seit 2015 Preise für die besten Abschlussarbeiten auf den Gebieten Finanzmarktanalyse und Geldpolitik – die Preisträgerinnen und Preisträger werden von Volkswirtschaftsprofessorinnen und -professoren der OTH Amberg-Weiden, OTH Regensburg, Hochschule Aschaffenburg sowie der TH Ingolstadt ausgewählt und vorgeschlagen.

Renate Weidner
Büro der Präsidentin
Ostbayerische Technische Hochschule (OTH)
Amberg-Weiden
Kaiser-Wilhelm-Ring 23
92224 Amberg


Montag, 14. November 2016

Lohnt sich Sparen überhaupt noch?




Lohnt sich Sparen überhaupt noch?
Eine Analyse von  André Leyens



In meiner täglichen Praxis häufen sich in den letzten Monaten Aussagen wie:

 "Ach, es lohnt sich doch gar nicht mehr zu sparen. Es gibt ja keine Zinsen mehr... Haue ich das Geld doch lieber auf den Kopf... Und überhaupt, ich lebe doch heute und wer weiß schon, was später ist. Vielleicht erlebe ich das ja gar nicht mehr!"

Dem kann man nicht viel hinzufügen beziehungsweise entgegen setzen. Natürlich weiß keiner, wie lange er lebt. Vielleicht ist tatsächlich morgen alles zu Ende ... Aber was ist, wenn nicht? Die Antwort auf diese Frage überlasse ich an dieser Stelle dem geneigten Leser und der geneigten Leserin.

Ich denke, es herrscht ebenfalls allgemeiner Konsens, dass es unklug und kurzfristig gedacht wäre, alles Geld auszugeben und nichts mehr davon beiseite zu legen.

Kommen wir demnach zurück zum Sparen und zu der Frage, ob es sich noch lohnt.

Schauen wir dazu zunächst mal nach der Bedeutung des Wortes Sparen.

Im Duden steht dazu:

Sparen:

1. Geld nicht ausgeben, sondern für einen bestimmten Zweck zurücklegen, auf ein Konto einzahlen
2. Sparsam, haushälterisch sein; bestrebt sein, von etwas möglichst wenig zu verbrauchen
3. Nicht verwenden, nicht gebrauchen, nicht aufwenden, nicht ausgeben

Auffallend ist, dass in der Definition nichts von Zinsen steht, die der Sparer für das Zurücklegen bzw. nicht Ausgeben seines Geldes erhalten soll. Und wenn Sie an Omas berühmten Sparstrumpf denken, schwant Ihnen wahrscheinlich schon, dass es wohl nicht immer Zinsen fürs Ersparte gegeben hat.

Es scheint also, dass sich der Zins irgendwann als "Belohnung" für den Sparer herauskristallisiert hat. Erste Spuren gab es dazu allerdings schon rund 3.000 vor Christus. Von den damals 20% auf kurzfristige Anlagen ist jetzt, 5000 Jahre später, nicht mehr viel übrig. Der Zins ist quasi abgeschafft!

Sind wir als Sparer demnach einfach verwöhnt?

Vielleicht. Vielleicht ist es aber lediglich an der Zeit, umzudenken, wenn der Anleger noch einen Gewinn auf sein Erspartes erzielen möchte.

Denn: es gibt Alternativen!

Daraus resultiert zwangläufig eine weitere Frage. Sind die Sparer überhaupt qualifiziert für Rendite und Gewinn?

Also: haben SIE, liebe Leser, liebe Leserinnen sich für Rendite QUALIFIZIERT?

Bevor Sie jetzt schnell und "vollmundig" mit "JA, natürlich! Nur her damit" antworten, will ich der Bedeutung der Frage noch etwas mehr auf den Grund gehen.

Vereinfacht gesprochen lässt sich Sparen bzw. Kapital- oder Vermögensaufbau mit der folgenden einfachen Formel darstellen:

Kapital = Geld * Zeit

Da die Menge des eingesetzten Geldes nur von jedem von Ihnen persönlich und  individuell festgelegt werden kann, bleibt in dieser Formel nur eine Variabel übrig: die ZEIT.

Also kann ich meine Frage von weiter oben umformulieren:

Bringen Sie ausreichend Zeit, noch besser gesagt, ausreichend Geduld mit, einen Kapitalaufbau zu betreiben, der diesen Namen auch tatsächlich verdient?

Denn letztendlich ist der Faktor Zeit das Geheimnis, um nicht nur Rendite zu erzielen, sondern auch die vermeintlichen Risiken einer höheren Gewinn versprechenden Geldanlage (fast) gänzlich auszuschalten.

Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass es hier keineswegs darum geht, Geld spekulativ anzulegen, was letztendlich dem Gang ins Kasino oder dem Kauf eines Lottoscheins gleich käme. Doch ohne ein gewisses, kalkuliertes Risiko geht es auch nicht.

Aber was ist Risiko?

Bei einem Zins rund um 0,0% und einer Inflation von 1,xx% pro Jahr, ist das Risiko, Geld zu verlieren, quasi schon verbrieft: die Kaufkraft nimmt nämlich so jedes Jahr ab. Bildhaft gesprochen: der Geldbetrag, für den Sie heute einen VW Golf kaufen können, reicht dann in 10-15 Jahren kaum noch für einen VW UP oder einem vergleichbaren Fahrzeug.... Und wenn Sie den Zeitraum auf 25-30 oder noch mehr Jahren ausdehnen (dem Zeitpunkt Ihres Renteneintritts vielleicht)?....

Deshalb darf an dieser Stelle gesagt werden:

Das größte Risiko ist heute, kein Risiko einzugehen!

Natürlich war es in Zeiten, als es für Staatsanleihen, Bundesschätze oder andere konservative Anlageformen noch Zinsen von 4-6% pro Jahr SICHER gabt, kaum nötig, ein höheres Risiko einzugehen, um beispielsweise eine Rendite von 8% oder mehr mit einem Aktienfonds einzugehen.

Doch darf der Anleger heute immer noch die Augen vor dieser Anlageform verschließen? Ich meine, nein!

Schauen Sie sich zunächst in Ruhe das Video für erste weitere Erläuterungen an:


Klicken Sie hier: Geldanlage neu definieren!

 
Zwei wesentliche Informationen aus dem Video erscheinen mir wert zu sein, hier nochmals hervorgehoben zu werden:

1. Der Einfluss der Spardauer auf die Minimierung des Verlustrisikos.
Wenn bei einer Spardauer von 1 Jahr, die Chance bei 2 zu 3 liegt (um beim Bild des Kasinos zu bleiben, heißt das: wenn Sie 3 Mal auf rot setzen, kommt zwei Mal rot und einmal schwarz!).

Bei einer Spardauer von 20 Jahren liegt das historische Verlustrisiko bei 0,0%. Anders ausgedrückt: Sie gewinnen IMMER! Ihre Rendite ist IMMER positiv, lediglich in unterschiedlicher Höhe

2. Tatsächlich tragen Sie selbst tagtäglich zum Gewinn von Aktiengesellschaften bei, ohne allerdings von diesen zu profitieren.
Zahnpasta, Deo, Duschgel, Seife, Rasierschaum, usw... Ehe Sie sich morgens zum Frühstück an Ihren Küchentisch niedergelassen haben, ist dies bereits zigfach geschehen... und es geht dann mit dem Kaffee oder Tee weiter,... dem Sprit in Ihrem Fahrzeug, das natürlich auch von einer Aktiengesellschaft stammt,...

Sie werden zugeben, dass dies letztendlich dann nichts mehr mit einer spekulativen Anlageform zu tun hat. Oder haben Sie während der Finanzkrise nicht mehr geduscht? Weil ja Finanzkrise ist :-)

Wenn Sie nun zu dem Schluss gekommen sind, dass:
1. Sie Zeit für Ihren Vermögensaufbau mitbringen
2. Sie demzufolge ein kalkuliertes Risiko eingehen können und wollen
3. Sie Geld zum Sparen übrig haben (also jederzeit ausreichend Mittel für den berühmten kaputten Kühlschrank zur Verfügung stehen)

dann sollten Sie sich noch den folgenden Text zur optimalen Vorgehensweise lesen, in dem der so genannte Cost-Average-Effekt (Durchschnittskosteneffekt) erklärt wird:



Und wenn Sie bis hierhin "durchgehalten" haben und jetzt noch erfahren wollen, inwieweit Sie nun selbst zum Aktienfondssparer werden können und sollten, dann schreiben Sie mir einfach eine Mail mit dem Betreff "Sparen lohnt - Blog" an andre.leyens@leyens.de


Kontakt zu André Leyens

Geschäftsstelle für
Deutsche Vermögensberatung
Andre Leyens
An Gut Nazareth 18a
52353 Dueren

Telefon: +49 2421 30 60 226
Fax: +49 2421 30 60 221
Mobil: +49 172 60 392 33


Dienstag, 24. April 2012

Mit Kindern Steuern sparen


- neue Regeln vereinfachen die Abrechnung bei der Steuererklärung
- Steuerberaterkammer rät: Prüfung des Kinderfreibetrages statt Kindergeld

Presse Finanzen Leipzig, 22. April 2012. Kinder machen Freude – und kosten Geld. Gerade Familien mit durchschnittlichem Einkommen freuen sich nicht nur über das monatliche Kindergeld. Auch die steuerlichen Vorteile sind für die finanzielle Sicherheit wichtig. Seit 2011 gibt es für Familien mit Kindern einige steuerliche Entlastungen und Änderungen. Die reichen von der Kinderbetreuung bis zu Ausbildung/Studium und orientieren sich an der Lebensphase des Kindes. Dabei gilt es zu beachten: Je nach persönlicher Lebenssituation fallen die Steuervorteile durchaus unterschiedlich aus.

Was ist mit Kinderbetreuungskosten?
Mit dem Jahresbeginn wurde das Absetzen der Betreuungskosten vereinfacht: Solche Ausgaben werden für Kinder unter 14 Jahren einheitlich als Sonderausgaben angerechnet. "Diese Regel ist klar, einfach und transparent", sagt Steffi Müller, Präsidentin der Steuerberaterkammer des Freistaates Sachsen. Mit der Vereinfachung erfolgt jedoch keine Erhöhung der Steuerersparnis. "Familien können bis zu zwei Drittel der Betreuungskosten absetzen. Maximal reden wir hier über 4.000 Euro", erklärt Steuerberaterin Müller. Dabei ist es möglich, Familienmitglieder wie die Großeltern für die Betreuung einzusetzen und dann auch zu entlohnen. "Diese Kosten lassen sich legal absetzen, so dass man als Familie am Ende weniger Steuern zahlt." Wichtige Voraussetzung: Es müssen ordnungsgemäße Verträge – so wie sie auch unter Fremden üblich wären – geschlossen werden. Außerdem sollte die Betreuung tatsächlich stattfinden, die Vergütung muss per Rechnung und Überweisung erfolgen.

Kindergeld und Kinderfreibeträge
Für volljährige Kinder unter 25 Jahren entfällt die Einkommensüberprüfung für Kindergeld und Kinderfreibeträge. Auch bei der ersten Ausbildung bzw. dem Erststudium spielen die Einkünfte des Kindes keine Rolle mehr. "Im Klartext: Eltern bekommen weiterhin Kindergeld – egal wie viel das Kind während der Erstausbildung verdient. Für die Steuererklärung ist das eine Vereinfachung und Entlastung", sagt Steffi Müller.

Bei Kindern, die ihre erste Berufsausbildung oder ein Erststudium abgeschlossen haben, kommt eine Berücksichtigung für Kindergeld/Kinderfreibetrag nur noch in Betracht, wenn das Kind keiner Erwerbstätigkeit nachgeht. Davon nicht betroffen sind eine regelmäßige Arbeitszeit von unter 20 Stunden pro Woche, eine geringfügige Beschäftigung (Minijob) oder ein Ein-Euro-Job.

Ab 2012 wird auch der für Ausbildungskosten als Sonderausgaben höchstens abzugsfähige Betrag von 4.000 auf 6.000 Euro im Jahr angehoben. "Ob hier das letzte Wort gesprochen ist, ist aber noch nicht sicher. Vor einem Finanzgericht ist bereits wieder ein Verfahren anhängig, in dem  für ein Erststudium ein Werbungskostenabzug verlangt wird", sagt die Präsidentin der sächsischen Steuerberater.

Neben dem Kinderfreibetrag erhält man für jedes Kind auch einen Betreuungsfreibetrag. Im Laufe des Jahres wird zunächst nur das Kindergeld ausgezahlt. Kindergeld und Kinder- sowie Betreuungsfreibetrag werden dabei für Steuervergünstigungen nicht zusammengerechnet. Der Kinder- und der Betreuungsfreibetrag spielen erst bei der Einkommensteuererklärung eine Rolle. Ist der Freibetrag günstiger, wird die Differenz zwischen Einkommensteuerersparnis und schon ausgezahltem Kindergeld automatisch vom Finanzamt erstattet. Die Freibeträge wirken sich auf die Einkommensteuer demzufolge nur aus, wenn die Steuerersparnis größer ist als der Anspruch auf Kindergeld.

Geld sparen? Der Berater hilft.
Was für die individuellen Einkommensverhältnisse das steuerlich optimale Modell ist, lässt sich als Laie nicht so leicht erkennen. Hier kann ein Steuerberater helfen, den Überblick zu behalten und Einbußen zu vermeiden. Kompetente Hilfe findet jeder Bürger einfach und schnell mit der Beratersuche auf der Internetseite der Steuerberaterkammer des Freistaates Sachsen. Mehr unter www.sbk-sachsen.de, Stichwort "Beratersuche".


Für Rückfragen:
Björn-H. Lehmann (Öffentlichkeitsarbeit, Steuerberaterkammer des Freistaates Sachsen), Tel. 0341 / 5 63 36 30, E-Mail: presse@sbk-sachsen.de

PR Piloten (Agentur), Ulf Mehner, Franziska Höhne, Telefon: 0172 / 8935317,

Was die anderen Hochbegabten anders machen – ein Beispiel aus der Wirtschaft für die Politik

Man erkennt sie.


Es sind die kleinen Einsteins, die Picassos und die Mozarts. Sie lesen schon mit sechs Jahren „The New York Times“, korrespondieren mit fünf Jahren in Mandarin und spielen mit vier Jahren die Spatzenmesse in C-Dur. Später studieren sie dann bereits mit 14 an einer Uni und werden jüngster Professor oder jüngste Professorin.

Man kennt sie.

Dann gibt es noch die anderen.

Ihre Begabung ist nicht so offensichtlich. Oder: offensichtlich nur für Eingeweihte. Für Kennerinnen und Kenner. Wahrscheinlich stehen sie nicht in einem Labor. Ob sie mit dem Pinsel umgehen können? Seien Sie tapfer: Wohl eher nicht so. Ob sie eine Stradivari zu schätzen wissen? Hm.

Und doch haben sie ihre Begabung. Erkennbar wie gesagt fast nur für Eingeweihte.

Ein Beispiel: Ich war Mitglied in einem Verband, der das Wort „Wirtschaft“ in seinem Namen trägt. Es ging um ein Thema, das alle Menschen bewegt. Wirklich alle. Wirklich jeden. Es ging um Politik. Und um den Anlauf zu einem neuen Gesetz. Man diskutierte. Und fragte sich, wie man denn überzeugend argumentieren könnte.

Ich erwähnte den Gedanken einer Befragung. Sie kennen das: In jeder grösseren Stadt stehen diese Interviewer auf der grossen Einkaufsstrasse und wollen wissen, welche Zahnpasta, welches Waschmittel, welche Automarke Sie bevorzugen. Strasseninterviews nennen wir das. Wir, das sind meine Kolleg*innen aus der Marktforschung und ich. Ich hatte damals ein Institut für Markt- und Kommunikationsforschung. Unsere Klienten aus der Politik und Wirtschaft waren bekannt und angesehen und wir waren stolz darauf, für sie forschen zu dürfen.

In meinem Verband war das bekannt.

Ja. Sagte man: Eine Befragung auf der Strasse ist ein überzeugendes Argument. Wir – wer auch immer „wir“ sein sollte – wir stellen uns auf die Strasse und befragen die Menschen. Und dann geben wir – und das war der Sinn der Sache – das Ergebnis an den OB der Stadt. Einer von meinen Kollegen im Verband meinte dann: Ob wir wohl 50 Menschen dazu bewegen können, mit uns zu reden?

Wie, sagte ich: 50 Menschen?

Ja. Sagten die anderen. 50 Menschen wäre eine tolle Sache.

Klar sind 50 Menschen eine tolle Sache. Aber: Wie wollen wir einen OB mit den Stimmen von 50 Menschen motivieren, ein neues Gesetz in Gang zu bringen? Nach einer halben Stunde hatte man sich auf 100 Menschen geeinigt. Mit dem Zusatz: Ob wir das wohl schaffen werden?

Warum so zaghaft?

Die Jungs und Mädels, die hier zusammen sassen, waren die Menschen, die täglich über Millionen entschieden. Ihre Denkweisen waren nicht 100 oder 1.000. Es waren 1.000.000 und mehr!

Mir war klar, dass ich meine lieben Kolleginnen und Kollegen jetzt schockieren musste. Nicht weil ich Schocks mag – aber ich musste ihnen schon sagen, wie so etwas in der Realität funktioniert. Dass man an den verantwortlichen Stellen – sorry – 100 Menschen als Beweis nicht gelten lassen wird. Man wird schmunzeln und zur Tagesordnung übergehen.

Noch bevor ich den Gedanken: „Wie sag‘ ich es das denn jetzt?“ zu einem Satz modellieren konnte, war es raus:

1.000 INTERVIEWS!
1.000 Interviews?

Das Entsetzen war gross. Nur unser Präsident war begeistert. Und dann ging das los, was zumeist los geht, wenn ein Hochbegabter – eine Hochbegabte – eine Idee und einen Weg vor Augen hat: GEHT NICHT! FUNKTIONIERT NICHT! SCHAFFEN WIR NICHT! WIR SIND DOCH NICHT VERRÜCKT! WER SOLL DAS DENN ALLES ZAHLEN?

Ich hörte mir das eine Stunde an, während ich das Konzept schrieb, die Umsetzung des Konzepts plante und einen Entwurf für den Fragebogen entwarf. Unser Präsident hatte mich aus den Augenwinkeln beobachtet und rief mich auf – nach vorne zu kommen und die Einzelheiten zu präsentieren. Gesagt. Getan.
Wir fanden über 50 Mitglieder aus dem Wirtschafts-Verband, die mitmachten. Manager*innen, die ich mit meinem Team für diesen Einsatz schulte. Es waren wohl die Interviewer*innen mit den höchsten Stundenlöhnen, die hier und heute ehrenamtlich auf die Strasse gingen und sehr mutig die Menschen nach ihrer Meinung befragten.

Um Mitternacht hatten wir 1.037 Interviews geschafft. Alle von meinen Forscherkollegen und mir kontrolliert. Alle perfekt. Es war ein harter Job – aber selten habe ich ein Team von fast 100 „Mitarbeiter*innen“ so begeistert arbeiten gesehen.

Am nächsten Morgen wurde noch einmal kontrolliert. Und dann gingen die Fragebögen ins Rechenzentrum zur Uni. Ich schrieb dazu einen Bericht für die Präsentation. Mein Team zeigte einen bewundernswerten Einsatz. Und so konnte ich meiner Assistentin auch nicht die Bitte abschlagen, die Ergebnisse beim OB präsentieren zu dürfen.

Der OB schien sehr zufrieden. Und so wanderten unsere Ergebnisse weiter „nach oben“. Und so wurde aus unserer Idee der Beweis, dass die Menschen diese Verbesserung ihres Alltags wirklich wollten.

Schliesslich wurde aus dem Beweis ein Gesetz in Deutschland, das jedem Menschen den Alltag etwas besser macht. Zur Freude der Menschen.
Nein, so faszinierend wie ein Picasso ist dieses Gesetz nicht.

Aber es erleichtert seitdem allen Menschen ihr Leben. Und das Tag für Tag in Deutschland.

Wenn Sie Unternehmer*in sind: Gründen Sie einen Think Tank mit Ihren Hochbegabten und allen, die mutig sind und gross denken und handeln können. Dann sind Sie nicht nur Ihre Probleme los. Sie haben auch die Chance, die Welt ein bisschen besser machen zu können.

Was sagte John F. Kennedy in seiner Antrittsrede am 20. Januar 1961 in Washington, D.C.:

„Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann - fragt, was ihr für euer Land tun könnt (…) fragt, was wir gemeinsam tun können für die Freiheit des Menschen.“ [1]

Lilli Cremer-Altgeld
Mobil 0049 1575 5167 001